Selbstmitleid und Selbstmitgefühl – die zwei wesentlichen Unterschiede

Viele Menschen verwechseln Selbstmitleid mit Selbstmitgefühl. Das passiert auch, wenn Mitleid und Mitgefühl versehentlich gleichgesetzt werden. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen dem Zustand, passiv im Selbstmitleid zu versinken und aktives Selbstmitgefühl zu praktizieren. Schon die Formulierung zeigt einen wesentlichen Unterschied: Selbstmitleid verführt zur Passivität; Selbstmitgefühl lädt zur einer wachen, aktiven Haltung ein. Hier die Unterschiede zwischen den beiden Haltungen im Schnellüberblick:

Selbstmitleid

Selbstmitleid trennt uns von der Welt:

„Wahrscheinlich geht es so schlecht nur mir“

Wenn wir uns selbst bemitleiden, zieht sich die Welt um uns zusammen. Wir haben den Eindruck, mit unserem Schicksal alleine zu sein. Manche Menschen sind so niedergeschlagen und so im Selbstmitleid verstrickt, dass sie sogar Selbstbeschimpfung betreiben.

Wie können wir uns aus dem Selbstmitleid befreien?

Mitgefühl mit uns selbst ist der Schlüssel. Indem wir mit uns selbst mitfühlen, also Selbstmitgefühl üben, richtet sich unser Blick aus einer Außenperspektive auf uns – und auf unsere Mitmenschen.

Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl bringt uns mit der Welt in Verbindung.

„Ich bin einer von vielen, die Trauer und Schmerz erleben.“

Wenn wir mit uns selbst mitfühlend sind, nehmen wir eine liebevolle und fürsorgliche Haltung uns gegenüber ein. Während wir uns Selbstmitleid ablehnen, weil wir uns als bemitleidenswert erleben, kommen wir im Selbstmitgefühl annehmend zu uns, wenden uns zu. Was wir uns sonst oft vergeblich von anderen wünschen, schenken wir uns selbst: Zuwendung und Achtsamkeit für uns.

Die zwei wesentlichen Unterschiede zwischen Selbstmitleid und Selbstmitgefühl:

Unterschied 1 zwischen Selbstmitleid und Selbstmitgefühl

  • Selbstmitleid isoliert uns von anderen.
  • Selbstmitgefühl verbindet uns mit uns selbst und mit anderen: ein Herzensöffner in alle Richtungen.

Unterschied 2 zwischen Selbstmitleid und Selbstmitgefühl

  • Selbstmitleid kann den Schmerz vergrößern
  • Selbstmitgefühl hilft uns, uns zu trösten und aufzubauen

Ein Achtsamkeitstraining unterstützt die Resilienzfähigkeit. Selbstmitgefühl ist wie ein Herzensöffner für die eigene innere Kraft. Wir können also zusammenfassend feststellen:

Gefühle sind immer auch das Ergebnis einer Haltung. Wer mit sich achtungsvoll und achtsam umgeht, kann die eigenen Gefühle wahrnehmen. Selbstmitgefühl bringt den Menschen eine wache und handlungsfähige Position.

Ein Hörbeispiel, wie Sie eine liebevolle, annehmende und fürsorgliche Haltung mit sich selbst einnehmen können.

Selbstmitleid Selbstmitgefül Unterschiede

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